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Autor: Wolfram Häfer – http://wollumination.piranho.com/

 

 

Inhalt:

 

1. Einleitung S.2

 

2. 1. Marx` Begriff der Ware S.2

 

2. 2. Der Austausch von Waren S.4

 

2. 3. Geld S.6

 

2. 4. Der Schatzbildner und der Kapitalist S.8

 

2. 5. Die Produktion von Mehrwert S.12

 

2. 6. Die Akkumulation von Kapital S.16

 

2. 7. Die ursprüngliche Akkumulation des Kapitals S.19

 

3. 1. Der Kapitalbegriff Bourdieus S. 21

 

3. 2. Ökonomisches, kulturelles, und soziales Kapital S.22

 

4. Fazit S.24

 

5. Literatur S.26

 

 

1. Einleitung

 

Der Anlass meiner Beschäftigung mit dem Thema des Kapitalbegriffs bei Marx war die Frage nach Erklärungsmodellen für die Machtverteilung und Herrschaftsstruktur. Viele Klassiker der Soziologie bieten Möglichkeiten sich eingehend mit ihnen zu beschäftigen. Mein Interesse lag jedoch beim Kapitalbegriff von Karl Marx, nicht nur weil er bis heute einer der am besten bekannten und häufigsten rezitierten Klassikern überhaupt zählt, sondern vor allem weil seine Theorie häufig nur fazituell und abstrahiert von der eigentlichen Theorie rezitiert wird. Meine Aufgabe habe ich im Folgenden darin gesehen, die Begrifflichkeiten die zur Erschließung der Logik und Funktionsweise des Kapitals beitragen darzustellen, was ich im gesamten 2. Kapitel der Arbeit versucht habe und möglichst in den Kontext der der Gesamttheorie einzuordnen. Dabei habe ich versucht die wesentlichen Punkte, sowie die für meinen Vergleich im 3. und 4. Kapitel wichtigen Punkte, zusammenfassend darzustellen. Ich habe auch versucht die Produktion von Mehrwert in ihren wesentlichen Punkten darzustellen, jedoch habe ich dabei auf Einzelheiten verzichtet, da Marx noch die „Theorien über den Mehrwert“ geschrieben hat, und eine Beschäftigung damit den Rahmen dieser Arbeit gesprengt hätte. Auch habe ich als Grundannahme vorausgesetzt, dass Arbeiter Lohnarbeiter sind.  Somit habe ich versucht, den Kapitalbegriff von Marx in Verbindung mit einem modernen Theoretiker zu bewerkstelligen.

 

2. 1. Marx` Begriff der Ware

 

Karl Marx beginnt seine Analyse der Gegensätze der kapitalistischen Gesellschaft in dem Werk: „Das Kapital“ mit der begrifflichen Bestimmung der Ware. Er bezieht sich mit dem ersten Satz, wie in der Einleitung der 1. Auflage[1] schon angekündigt, auf seine Schrift: „Zur Kritik der politischen Ökonomie“.

„Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt“ (Marx, 1975, S.49). Jedoch hat sie einen doppelten Charakter,  der sich in ihrem Gebrauchswert und in ihrem Tauschwert äußert. Einerseits, auf Seiten des Gebrauchwerts, stellt sich die Qualität der Ware dar, die ihr spezifischen nützlichen Eigenschaften. Gebrauchswerte realisieren sich ausschließlich in Gebrauch oder Konsumtion (vgl. Marx, 1975, S.49). Tauschwerte hingegen verwirklichen sich im Austausch mit Gebrauchswerten anderer Art. In dieser Eigenschaft als Tauschwert sind die Waren reduziert auf ihre quantitative Bestimmung, die in den Waren dargestellte menschliche Arbeit, bzw. die zur Herstellung des Produkts notwendige Arbeitszeit (vgl. Marx, 1975, S.52f). In ihrer Eigenschaft als Tauschwert sind die Waren unabhängig von ihrer Eigenschaft als Gebrauchswerte, wenn sie auch in jedem Fall Gebrauchswerte darstellen müssen, um Ware zu sein.

„Abstrahiert man nun wirklich vom Gebrauchswert der Arbeitsprodukte, so erhält man ihren Wert, wie er eben bestimmt[2] ward. Das Gemeinsame, was sich im Austauschverhältnis oder Tauschwert der Ware darstellt, ist also ihr Wert“ (Marx, 1975, S.53). Hierbei wird schon deutlich, das Waren nicht nur Produkte menschlicher Arbeit darstellen, sondern zugleich für andere produziert sind und ihnen im Austausch übergeben werden müssen. Darin liegt auch der charakteristische Unterschied zum Feudalismus. Im Feudalismus arbeitete der Bauer einen Tag auf seinem eigenen Feld für seine Subsistenz, den anderen für den Fronherrn auf dessen Ländereien. Daher meint Marx auch, dass es dem Bauer in jedem Fall bewusst[3] war, wann er seine Arbeitskraft für jemand anderen verausgabte, im Gegensatz zum Arbeiter, dessen Produkte als unterschiedlose menschliche Arbeit erscheinen und damit dem Kapitalisten als ihren Gebrauchswert ausschließlich in ihrem Tauschwert erscheinen, doch dazu später[4]. Spezifisch für die Ware ist nun ihre Eigenschaft, für andere produziert zu sein, und dass, ganz im Gegensatz zum Zins- und Zehntkorn des mittelalterlichen Bauern, dieses Produkt anderen im Austausch übertragen wird. Doch dieser Austausch geht nur vor sich insofern verschiedene Bedingungen erfüllt sind. Zum einen benötigt sie einen Wert, der ihren Austausch mit anderen Gebrauchswerten ermöglicht. Die Wertgröße der Ware bestimmt sich aus der zu ihrer Produktion notwendigen ausgegebenen Arbeitszeit, jedoch bezieht sich diese nur auf die durchschnittliche oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit (vgl. Marx, 1975, S. 53f). Zum anderen müssen sich die Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte als kommensurable Größen, als Größen derselben Maßeinheit, aufeinander beziehen. Es muss daher von ihren Gebrauchswerten abstrahiert und sie auf das Quantum der für sie aufgewendeten Arbeitszeit reduziert werden. Durch diese Reduktion können sie sich erst aufeinander beziehen, als Größen unterschiedloser menschlicher Arbeit. Sie können sich ferner nur aufeinander beziehen, insofern sie sich in einem Wertverhältnis gegenüberstehen, d.h.  indem die Ware, welche ihrem Wert nach bestimmt werden soll, einer anderen Ware als ihrem Äquivalent gegenübergestellt wird. Die Form, in der sie sich gegenüberstehen wird also bezeichnet als: Wertform. (vgl. Marx, 1975, S.56ff)

Doch werden, während in der einfachen und der entfalteten Wertform zwei Waren unterschiedlichen Typs aufeinander bezogen werden, in der allgemeinen Wertform die verschiedensten Waren des Warenmarktes einer Ware als deren allgemeines Äquivalent gegenübergestellt. Damit entstand das Geld, indem Gold als allgemeines Äquivalent der anderen Waren akzeptiert wurde und zum notorischen Äquivalent des Warentausches geworden ist. So können die Waren nun in ein Verhältnis zu einem allgemeinen Äquivalent, dem Gold, gesetzt werden, und erscheinen daher in dieser spezifischen Wertform als: Preisform oder Geldform. (Vgl. Marx, 1975, S.83ff)

 

2. 2. Der Austausch von Waren

 

Der Austausch von Waren kann nur zwischen Personen stattfinden, welche sich gegenseitig als Privateigentümer anerkennen. „Dies Rechtverhältnis, dessen Form der Vertrag ist, ob nun legal entwickelt oder nicht, ist ein Willensverhältnis, worin sich das ökonomische Verhältnis widerspiegelt“ (Marx, 1975, S.99). Die Warenbesitzer treten sich nur in selbiger Charaktermaske gegenüber, nicht als Personen. „Wir werden überhaupt im Fortgang der Entwicklung finden, daß die ökonomischen Charaktermasken der Personen nur die Personifikationen der ökonomischen Verhältnisse sind, als deren Träger sie sich gegenübertreten“ (Marx, 1975, S.100). Hierbei wird erstmalig deutlich, dass die ökonomische Basis für Marx nicht nur den politischen und juristischen Überbau bestimmt, sondern auch determinierende Kraft der Verhältnisse und Beziehungen der Menschen untereinander ist. Sie ist damit auch Basis für unterschiedliche Einstellungen, Mentalitäten und sozialen Werte.

Ähnlich beschreibt Marx den Fetischcharakter der Waren, welcher aus der versachlichten Tendenz der der Waren immanenten Wertform resultiert. Die Personen treten erst durch den Austausch ihrer Arbeitsprodukte in gesellschaftlichen Kontakt und somit erscheinen sie „… als sachliche Verhältnisse der Personen und gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen“ (Marx, 1975, S.87).

 Die Ware hat für ihren Besitzer keinen unmittelbaren Gebrauchswert, sonst würde sie nicht zum Verkauf geboten werden, sondern in individueller Konsumtion ihren Gebrauchswert verlieren, und damit aufhören (Ware) zu sein. Für den Warenbesitzer hat die Ware nur einen Gebrauchswert, da sie Träger von Tauschwert und damit Tauschmittel ist (vgl. Marx, 1975, S.100). Sie existiert für den Warenbesitzer somit unmittelbar in ihrer Wertgestalt, da sie für ihn keinen anderen Gebrauchswert besitzt, als Tauschwert zu sein.

„Dinge sind an und für sich dem Menschen äußerlich und daher veräußerlich. Damit diese Veräußerung wechselseitig, brauchen Menschen nur stillschweigend sich als Privateigentümer jener veräußerlichen Dinge und eben dadurch als voneinander unabhängige Personen gegenüberzutreten“ (Marx, 1975, S.102). Sie sind daher unabhängig, da sie sich wechselseitig veräußern. So treten sie sich ausschließlich als Warenbesitzer gegenüber. Wenn auch der Mensch ein gesellschaftliches Wesen ist, so treten sich die Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft ausschließlich in ihrer Funktion als Warenbesitzer gegenüber. Ihnen ist es daher nicht bewusst, dass sie nur in einer solidarischen Gemeinschaft überleben können, da sie sich gegenseitig als vereinzelte Besitzer von Waren betrachten. Das ändert nichts an der Tatsache, dass der Austauschprozess der Waren nicht zwischen formell freien Personen[5] als ein Willensakt ausgetauscht werden. Dieser Punkt wird noch einmal besonders wichtig, wenn wir uns der Ware Arbeitskraft zuwenden[6].

„Die beständige Wiederholung des Austausches macht ihn zu einem regelmäßigen gesellschaftlichen Prozeß. Im Laufe der Zeit muß daher wenigstens ein Teil der Arbeitsprodukte absichtlich zum Behuf des Austausches produziert werden. Von diesem Augenblick befestigt sich einerseits die Scheidung zwischen der Nützlichkeit der Dinge für den unmittelbaren Bedarf und ihrer Nützlichkeit zum Austausch. Ihr Gebrauchswert scheidet sich von ihrem Tauschwerte. Andrerseits wird das quantitative Verhältnis, worin sie sich austauschen, von ihrer Produktion selbst abhängig. Die Gewohnheit fixiert sie als Wertgrößen“ (Marx, 1975, S.103). Der Preis handelt sich daher in der notorischen gesellschaftlichen Wiederholung des Austauschprozesses aus, selbstverständlich geschieht dieser Aushandlungsprozess immer Wieder neu, da er abhängig ist von den übrigen ökonomischen Bedingungen, wie der Entwicklung der Produktivkraft und der Stabilität der Währung. „Der Austauschprozeß gibt der Ware, die er in Geld verwandelt, nicht ihren Wert, sondern ihre spezifische Wertform“ (Marx, 1975, S.105). Die ist der Fall, da sich ihr Wert in der vergegenständlichten aufgewendeten Arbeitszeit ausdrückt (was nur mit einer Steigerung der Produktivkräfte verändert werden könnte), ihre Wertform jedoch sich nur in der spezifischen Situation verwirklicht, und sie daher nur ein Abbild der Gegebenheiten dieser spezifischen Situation ist (d.h. ihre Erscheinungsform unabhängig beispielsweise vom Geldwert oder anderen äußeren Bedingungen ist).

 

2. 3. Geld

 

Wie in Kapitel 2. 1. schon angedeutet, entstand das Geld, aus einer Ware, welche allgemeines Äquivalent geworden ist. Der versachlichte Charakter der Warenbesitzer, tritt hier besonders deutlich zum Vorschein. „Das Rätsel des Geldfetischs ist daher nur das sichtbar gewordne, die Augen blendende Rätsel des Warenfetischs“ (Marx, 1975, S.108)

Genauso wie die Waren ihren Wert nur relativ zu einer als Äquivalent fungierender anderer Ware ausdrücken kann, kann auch „(…) das Geld seine eigene Wertgröße  nur relativ in andren Waren ausdrücken. Sein eigener Wert ist bestimmt durch die zu seiner Produktion erheischte Arbeitszeit und drückt sich in dem Quantum jeder andren Ware aus, worin gleichviel Arbeitszeit geronnen ist“ (Marx, 1975, S.106).

Geld ist nun also Ware, in der sich das allgemeine Maß der Werte darstellt. Dieses allgemeine Maß (der Wert) ist jedoch die in allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit, auch in der des Goldes als Geldware. (vgl. Marx, 1975, S.106) Unter gleich bleibenden Produktionsbedingungen bleibt das Verhältnis des Geldes gegenüber einer beliebigen anderen Ware bestehen. Und doch wird das Geld von ihrer Herkunft als Ware getrennt. Indem ihr Wertmaßstab gesetzlich bestimmt wird, wird sie unabhängig von ihrem eigentlichem Wertmaß (z.B.: 1 Unze Gold), es erhält sich nur noch der Geldname. Dieser Prozess wird deutlich bei den Münzen, die als Wertmaße losgelöst von ihrer Wertsubstanz (z.B. 1 Unze Gold) funktionieren. „In den metallischen Geldmarken ist der rein symbolische Charakter noch einigermaßen versteckt. Im Papiergeld tritt er augenscheinlich hervor“ (Marx, 1975, S.140f).

Zuerst ist das Geld jedoch Zirkulationsmittel. Wenn bisher Ware gegen Ware (W[7] - W) getauscht wurde, tritt jetzt das Geld in seiner Wertgestalt als Zirkulationsmittel dazwischen. Aus W - W wird W- G - W, Ware – Geld – Ware. Marx gibt dafür folgendes Beispiel: „Begleiten wir nun irgendeinen Warenbesitzer, unsren altbekannten Leinweber z.B., zur Szene des Austauschprozesses, dem Warenmarkt. Seine Ware, 20 Ellen Leinwand, ist preisbestimmt. Ihr Preis ist 2 Pfd. St.[8]. Er tauscht sie aus gegen 2 Pfd. St. und, Mann von altem Schrot und Korn, tauscht die 2 Pfd. St. wieder aus gegen eine Familienbibel vom selben Preis. Die Leinwand, für ihn nur Ware, Wertträger, wird entäußert gegen Gold, ihre Wertgestalt, und aus dieser Gestalt rückveräußert gegen eine andre Ware, die Bibel, die aber als Gebrauchsgegenstand ins Weberhaus wandern und dort Erbauungsbedürfnisse befriedigen soll“(Marx, 1975, S.119f). Der entscheidende Punkt hierbei ist, dass der Warenbesitzer seine Ware entäußert um sie anschließend zu veräußern gegen andere Ware; Ware die für ihn Gebrauchswert besitzt. Denn auch wenn dieser Prozess beliebig wiederholt wird, bestätigt sich seine Form der einfachen Warenzirkulation dadurch, dass in diesem Fall der Leinweber seine Ware durch Umwandlung in Geld und Zurückverwandlung in Ware abgeschlossen ist, da sich diese Ware für den Besitzer in ihrem Gebrauchswert realisiert und damit in der (individuellen[9]) Konsumtion vernutzt wird. Denn wie Marx schon bei der Bestimmung der Ware bemerkte: „Wer durch sein Produkt sein eigenes Bedürfnis befriedigt, schafft zwar Gebrauchswert, aber nicht Ware“ (Marx, 1975, S.55). Der Leinweber müsste schon die nächste Leinwand eintauschen, und der Prozess würde sich genauso (zumindest formell gesehen) wiederholen.

„Wie aber in jeder Wandlung der Ware ihre beiden Formen, Warenform und Geldform, gleichzeitig existieren, nur auf entgegengesetzten Polen, so steht demselben Warenbesitzer als Verkäufer ein andrer Käufer und als Käufer ein andrer Verkäufer gegenüber. Wie dieselbe Ware die zwei umgekehrten Wandlungen sukzessiv durchläuft, aus Ware Geld und aus Geld Ware wird, so wechselt derselbe Warenbesitzer die Rollen von Verkäufer und Käufer. Es sind dies also keine festen, sondern innerhalb der Warenzirkulation beständig die Personen wechselnden Charaktere“ (Marx, 1975, S.125). Dabei ist Geld als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer Zirkulationsmittel. Während sich die Waren jedoch in Gebrauchswerten für ihre Besitzer realisieren und damit aus der Zirkulation herausfallen, treibt sich das Geld beständig in ihr um (vgl. Marx, 1975, S.131). Wie viel Geld die Zirkulationssphäre absorbiert, kann mit folgender allgemeiner Formel errechnet werden:

Preissumme der Waren / Umlaufsanzahl gleichnamiger Geldstücke = Masse des als Zirkulationsmittel funktionierenden Geldes[10]

Da nun das Wertmaß des Geldes gesetzlich bestimmt ist, wird die Feststellung des Maßstabs der Preise Aufgabe des Staates (vgl. Marx, 1975, S.138). Jedoch übernimmt das Geld, ob als Münze oder Papiergeld, jetzt nur noch die Aufgabe der Darstellung tatsächlich vorhandener Goldquanta und ist damit Wertzeichen (vgl Marx, 1975, S.140ff).

 

 

 

2. 4. Der Schatzbildner und der Kapitalist

 

Die einfache Waren Zirkulation, W - G - W, ist ein sich stetig wiederholender Kreislauf. Die Verwandlung von Ware in Geld und die Rückverwandlung in Ware. Damit ist das Geld als Zirkulationsmittel ständig in Umlauf. Der Schatzbildner will diesen Kreislauf unterbrechen, um die verwandelte Warenform in ihrer Geldform zu fixieren. Damit würde er das Geld als allgemeines Äquivalent festhalten und die Rückverwandlung in Ware verhindern. „Aus bloßer Vermittlung des Stoffwechsels wird dieser Formwechsel zum Selbstzweck. Die entäußerte Gestalt der Ware wird verhindert, als ihre absolut veräußerliche Gestalt oder nur verschwindende Geldform zu funktionieren. Das Geld versteinert damit zum Schatz, und der Warenverkäufer wird Schatzbildner“ (Marx, 1975, S.144). Das Geld wird festgehalten und so der Zirkulation entzogen. Es wird zum Schatz, da es, anders gesagt, gespart wird.

„Der Trieb der Schatzbildung ist von Natur maßlos. Qualitativ oder seiner Form nach ist das Geld schrankenlos, d.h. allgemeiner Repräsentant des stofflichen Reichtums, weil in jede Ware unmittelbar umsetzbar. Aber zugleich ist jede wirkliche Geldsumme quantitativ beschränkt, daher auch nur Kaufmittel von beschränkter Wirkung. Dieser Widerspruch zwischen der quantitativen Schranke und der qualitativen Schrankenlosigkeit des Geldes treibt den Schatzbildner stets zurück zur Sisyphusarbeit der Akkumulation. Es geht ihm wie dem Welteroberer, der mit jedem neuen Land nur eine neue Grenze erobert.

Um das Gold als Geld festzuhalten und daher als Element der Schatzbildung, muß es verhindert werden zu zirkulieren oder als Kaufmittel sich in Genußmittel aufzulösen. Der Schatzbildner opfert daher dem Goldfetisch seine Fleischeslust. Er macht Ernst mit dem Evangelium der Entsagung. Andrerseits kann er der Zirkulation nur in Geld entziehn, was er ihr in Ware gibt. Je mehr er produziert, desto mehr kann er verkaufen. Arbeitsamkeit, Sparsamkeit und Geiz bilden daher seine Kardinaltugenden, viel verkaufen, wenig kaufen, die Summe seiner politischen Ökonomie“(Marx, 1975, S.147). Der Schatzbildner kann dem Glanz des Goldes nicht widerstehen. Er entzieht der Zirkulation Geld um es als Schatz anzuhäufen. Doch damit ist es noch kein Kapital. Der Ursprung liegt bei beiden in der Warenzirkulation. Geld in seiner Geldform beim Schatzbildner. Der Kapitalist ist genauso Teil der Warenzirkulation und damit auch an seine Gesetzmäßigkeiten gebunden, doch begnügt er sich nicht damit, Geld zu sparen. Der Unterschied ist also in der Zirkulationsform zu suchen. Der unmittelbare Warentausch, W - G - W, ist bestimmt durch seine Form, verkaufen um zu kaufen. Geld der Zirkulationssphäre zu entziehen, ändert nichts an dieser Form. Der Kapitalist verfährt jedoch anders. Er gibt Geld in die Zirkulationssphäre hinein, um Ware zu kaufen (Gebrauchswert für andere), und diese in Geld zurückzuverwandeln. Die zweite Form, mit der sich Geld in Kapital verwandelt, heißt also: G - W - G. Kaufen um zu verkaufen. Diese Form ist spezifisch von ihrer ersten unterschieden. In der ersten Form wurde eigene Ware gegen Gebrauchswert getauscht. Und, wie in Kapitel 2. 3. schon angemerkt, würde auch seine Wiederholung nichts an dieser Form ändern. Und um bei dem Beispiel aus Kapitel 2. 3. zu bleiben:  hätte der Bibelverkäufer, bei dem der Leinweber sein Geld in den Gebrauchswert „geistige Erbauung“ verwandelt hat, dieses Geld in „(…) in Kornbranntwein (…)“ (Marx, 1975, S.125) umgesetzt, würde sich auch nichts an der Form ändern. Der Prozess hätte sich lediglich wiederholt. Daher unterscheidet sie sich deutlich von der zweiten Form. Sie verlaufen in unterschiedliche Richtungen. „Dort bildet die Ware, hier das Geld den Ausgangspunkt und Schlußpunkt der Bewegung. In der ersten Form vermittelt das Geld, in der andren umgekehrt die Ware den Gesamtverlauf.

In der Zirkulation W - G - W wird das Geld schließlich in Ware verwandelt, die als Gebrauchswert dient. Das Geld ist also definitiv ausgegeben. In der umgekehrten Form G - W - G gibt der Käufer dagegen Geld aus, um als Verkäufer Geld einzunehmen. Er wirft beim Kauf der Ware Geld in die Zirkulation, um es ihr wieder zu entziehn durch den Verkauf derselben Ware. Er entläßt das Geld nur mit der hinterlistigen Absicht, seiner wieder habhaft zu werden. Es wird daher nur vorgeschossen“ (Marx, 175, S.163). Während in der einfachen Warenzirkulation zwei qualitativ verschiedene Gebrauchswerte getauscht werden, ist bei dem Tausch G - G, Geld gegen Geld, kein qualitativer Unterschied erkennbar. Seinen Inhalt schuldet er daher der quantitativen Verschiedenheit der beiden Enden G und G (vgl. Marx, 175, S.165). Indem dem Zirkulationsprozess mehr Geld entzogen als in ihn eingeworfen wurde „Die zu 100 Pfd. St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 + 10 Pfd. St. oder 110 Pfd. St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G - W - G', wo G' = G + ∆G, d.h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich - Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital“ (Marx, 1975, S. 165). Wodurch der Mehrwert entsteht bleibt bis dahin erst einmal offen. Ohne einer Änderung des Geldwerts oder einer Verbesserung der Produktivkraft kann es auch keine Veränderung des Preises von Waren geben, da sich ihr Wert  durch die zu ihrer Produktion notwendigen Zeit bestimmt. Jedoch, so kann festgehalten werden, wird die Zirkulation des Geldes, insofern ihr Produkt (G') Mehrwert abwirft, zum Selbstzweck und Verwertet sich erneut in seiner Wiederholung. „Als bewusster Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist. (…) Der Gebrauchswert ist also nie als unmittelbarer Zweck des Kapitalisten zu behandeln. Auch nicht der einzelne Gewinn, sondern nur die rastlose Bewegung des Gewinnens. Dieser absolute Bereicherungstrieb, diese leidenschaftliche Jagd auf den Wert ist dem Kapitalisten mit dem Schatzbildner gemein, aber während der Schatzbildner nur der verrückte Kapitalist, ist der Kapitalist der rationelle Schatzbildner. Die rastlose Vermehrung des Werts, die der Schatzbildner anstrebt, indem er das Geld vor der Zirkulation zu retten sucht, erreicht der klügere Kapitalist, indem er es stets von neuem der Zirkulation preisgibt“ (Marx, 1975, S.167f). Durch Wert kann jetzt Mehrwert produziert werden, G - G', kann aus Geld mehr Geld gemacht werden (vgl. Marx, 1975, S.170). Den Widerspruch, der in dieser Formel  auftaucht, benennt Marx indem er sagt: „Waren können zwar zu Preisen verkauft werden, die von ihren Werten abweichen, aber diese Abweichung erscheint als Verletzung des Gesetzes des Warenaustausches. In seiner reinen Gestalt ist er ein Austausch von Äquivalenten, also kein Mittel, sich an Wert zu bereichern“ (Marx, 1975, S. 173). Die Frage, wie der Mehrwert entsteht ist weiterhin ungeklärt. Es kann  weder Mehrwert produziert werden, durch einen nominellen Preiszuschlag, da diesen in einem Zirkulationssystem alle Händler bezahlen würden, d.h. man könnte diesen Vorgang auch als Inflation beschreiben. Noch könnte die Ware unter ihrem Wert gekauft werden, da sich aus ihm ihr Tauschwert erst ergibt. Auch würden in diesem Fall die Wertverhältnisse bei absoluter Änderung erhalten bleiben (vgl. Marx, 1975; S.175ff). Folgendes Beispiel könnte das veranschaulichen:

„Warenbesitzer A mag so pfiffig sein, seine Kollegen B oder C übers Ohr zu hauen, während sie trotz des besten Willens die Revanche schuldig bleiben. A verkauft Wein zum Wert von 40 Pfd. St. an B und erwirbt im Austausch Getreide zum Wert von 50 Pfd. St. A hat seine 40 Pfd. St. in 50 Pfd. St. verwandelt, mehr Geld aus weniger Geld gemacht und seine Ware in Kapital verwandelt. Sehn wir näher zu. Vor dem Austausch hatten wir für 40 Pfd. St. Wein in der Hand von A und für 50 Pfd. St. Getreide in der Hand von B, Gesamtwert von 90 Pfd. St. Nach dem Austausch haben wir denselben Gesamtwert von 90 Pfd. St. Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert“ (Marx, 1975, S.177). Die Verwandlung von Geld in Kapital kann somit nicht in der Warenzirkulation bedingt sein, denn die Zirkulation schafft keinen Wert.

 „Aber greifen wir vor. Das Geld, womit eine solche Klasse beständig kauft, muß ihr beständig, ohne Austausch, umsonst, auf beliebige Rechts- und Gewaltstitel hin, von den Warenbesitzern selbst zufließen. Dieser Klasse die Waren über dem Wert verkaufen, heißt nur, umsonst weggegebenes Geld sich zum Teil wieder zurückschwindeln“ (Marx, 1975, S.176).  Wie das vor sich geht, wird Kernpunkt des nächsten Kapitels sein.

 

2. 5. Die Produktion von Mehrwert

 

Wir haben also bisher gesehen, was Marx unter einer Ware versteht und wie sie ausgetauscht wird. Damit haben wir auch verstanden, wie sich der Wert der Ware zusammensetzt und wir der Wert in seiner qualitativen Verschiedenheit in quantitativ vergleichbare und daher kommensurable Größen gebracht wurde: durch die Reduktion auf dieselbe Einheit, die zu ihrer Herstellung aufgewandte Arbeitszeit. Das Geld, als eine Ware, in seiner Wertgestalt oder als Stellvertreter[11], kann daher ebenso nur in seiner quantitativen Bestimmung vergleichbar sein. Was jedoch benötigt wird, um Mehrwert zu produzieren oder Geld in Kapital zu verwanden, ist: „(…) eine Ware (…), deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung“ (Marx, 1975, S.181).

Und es gibt diese Ware: Die Ware Arbeitskraft. Doch schließt der Warentausch an und für sich keine Abhängigkeitsverhältnisse ein. Es handelt sich daher um einen Vertrag juristisch gleicher Personen. Der eine kann seine Ware (in dem Fall Arbeitskraft) in freien Stücken verkaufen, der andere kann die feilgebotene Ware kaufen.(vgl. Marx, 1975, S.182ff) „Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen“ (Marx, 1975, S.183). Die Arbeitskraft ist die Ware, welche Wert produziert indem sie Gebrauchswert schafft. Ihr Wert ergibt sich aus der zu ihrer Reproduktion notwendigen Kosten: der Zeit, die Lebensmittel, sowie die Versorgung der Familie. Und soweit der Kapitalist dem Arbeiter Produktionsmittel zur Herstellung beliebiger Gebrauchswerte vorschießt, schießt der Arbeiter dem Kapitalisten seine Arbeit vor, denn er wird erst nach der Nutzbarmachung seiner produktiven Tätigkeit bezahlt. (vgl. Marx S.183ff)

 Wie kommt der Kapitalist, der Eigentümer an Produktionsmitteln, nun dazu, Mehrwert zu produzieren? Marx spricht vorläufig von der Produktion des absoluten Mehrwerts. Der Arbeiter produziert den Mehrwert durch seine Mehrarbeit, die Zeit des Arbeitstages, die er länger arbeitet, als es zu seiner eigenen Reproduktion nötig wäre, d.h. den Betrag, den der Arbeiter als seinen Lohn erhält und mit dem er sich und seine Familie reproduzieren kann und damit seine Arbeitkraft bis zum nächsten Lohn wieder verkaufen zu können. (vgl. Marx, 1975, S.200ff) Durch die Mehrarbeit setzt der Arbeiter dem Produkt mehr Wert zu, als er partizipiert. „Geld ist in Kapital verwandelt“ (Marx, 1975, S.209).

Daher auch die Unterscheidung von konstanten und variablen Kapital.  Konstantes Kapital, wozu Produktionsmittel und Maschinen gehören, überträgt ihren Wert konstant auf das Produkt. Die Baumwolle, die beispielsweise im Spinnprozess konsumiert wird, wird tatsächlich nur in bezüglich ihres Gebrauchswerts konsumiert, ihr Tauschwert geht unverändert auf das Produkt über. Der Teil des Kapitals hingegen, der zum Kauf von Arbeitskraft umgesetzt wurde, ist variabel, da er mehr Wert auf das Produkt überträgt als zu seiner Erhaltung notwendig, Mehrwert schafft bzw. sich selbst verwertet. (vgl. Marx, 1975, S.214ff) Die Rate des Mehrwerts ist gleich dem Exploitationsgrad Arbeitskraft. Sie ergibt sich aus der folgenden Formel: C, das Kapital ist gleich der Summe aus c, dem konstanten Kapital, und v, dem variablen Kapital [„C = c + v“(Marx, 1975, S.227). Daraus ergibt sich das verwertete Kapital, C', ist gleich c plus v plus dem Mehrwert, m [C' = c + v + m].  Jedoch wird bei der Errechnung der Rate des Mehrwerts das konstante Kapital gleich null gesetzt, da es für die Produktion des Mehrwerts irrelevant ist. Die Formel C' = v + m gibt damit die Masse des Mehrwerts an, die Rate des Mehrwerts ergibt sich aus dem Verhältnis m/v. (vgl. Marx, 1975, S.229f)

Der absolute Mehrwert entsteht durch die Mehrarbeit und kann daher über die extensive Ausdehnung des Arbeitstags vergrößert oder verkleinert werden – die Länge des Arbeitstags. Bei Verlängerung des Arbeitstags verändert sich das Verhältnis von Mehrarbeit und der Zeit, die zur Reproduktion   es Arbeiters notwendig ist (oder: die Zeit, welche sich in den Kosten zur Erhaltung des Arbeiters - den  Lebensmitteln – realisiert), zugunsten der Mehrarbeit. Damit wächst die absolute Arbeitszeit im gleichen Verhältnis wie die notwendige Arbeitszeit zur Mehrarbeit. Der Arbeitstag bewegt sich innerhalb sehr elastischer psychischer und sozialer Schranken (vgl. Marx, 1975, S.246).  Der Antagonismus zwischen Kapitalisten und Arbeiter, und damit der Antagonismus der kapitalistischen Gesellschaft in sich, äußert sich in dem Konflikt der Festlegung der Länge des Arbeitstags: „Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar - ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse“ (Marx, 1975, S.249).

Der relative Mehrwert hingegen entsteht durch die Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit im Verhältnis zur Mehrarbeit bei gleich bleibender Größe der Arbeitszeit[12]. Dies geschieht durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit, hauptsächlich schnellere, langlebigere, viele Teilarbeiten zusammenfassende Maschinen; und auch durch die Intensivierung der Arbeit, maßgeblich durch schnellere und rationellere Arbeitsmethoden (vgl. Marx, 1975, S.531ff) – ein Grund weshalb Marx einen spezifisch kapitalistischen Charakter schon in der Manufaktur erkennt (vgl. dazu Marx, 1975, S.380ff). Arbeit wird durch Kooperation und Teilung der Arbeit in ihrer Produktivität gesteigert. Die Kooperation beschreibt die Zusammenarbeit vieler Arbeiter in gleichen, oder in verschiedenen aber zusammenhängenden, Produktionsprozessen (vgl. Marx, 1975, S.341ff). Die Bedingung hierfür ist die Unterordnung vieler Arbeiter unter ein individuelles Kapital sowie ihre planmäßige Anwendung nebeneinander innerhalb eines Produktionsprozesses. Somit wird die Zeit bis zur Herstellung des Gesamtprodukts verkürzt, da viele Einzelarbeiten nebeneinander, und damit gleichzeitig, ausgeführt werden können. Eine Grundbedingung der kapitalistischen Produktion ist damit implizit auch enthalten, um unter einem Kapital angewendet werden zu können, muss dieses bereits existieren. Wie das vor sich geht wird Gegenstand des Kapitels 2. 7.sein.

Bezüglich der Teilung der Arbeit wird  immer weniger verschiedenartige, dafür parzellierte Arbeit verrichtet zugunsten einer schnelleren und effektiveren Produktion. Die Teilung der Arbeit ist eine besondere Form der Kooperation (vgl. Marx, 1975, S.359). Der Arbeiter wird zum Teilarbeiter, welcher nur einen geringen Anteil des Produkts produziert. Dadurch wird die Arbeit weniger kompliziert und kann daher schneller und mit weniger Pausen ausgeführt werden - das Prinzip, welches den ökonomischen Vorteil der Manufaktur gegenüber bis dahin vorherrschenden Produktionsmethoden darstellte. So kommt es auch zur Bildungsinvestition[13] Zeit, die den Wert der spezifischen Arbeitskraft mitbestimmt (neben den Kosten der Lebensmittel) und so zu einer Art Qualifikation („Virtuosität“[14]) des Arbeiters führt, welche seinen Preis auf dem Arbeitsmarkt erhöht, oder ihn und seine Existenz völlig überflüssig macht, insofern beispielsweise Maschinen erfunden werden, die seine Arbeit schneller und billiger machen und um zu funktionieren nur eine schlechter bezahlte, ungeschulte Arbeitskraft benötigen. Bei zunehmender Spezialisierung erhöht sich sein Wert, während andererseits die Konkurrenz mit Mensch und Maschine, und damit die Bedrohung der Existenz des Arbeiters, sich deutlich zuspitzt. (vgl. dazu insbesondere Marx, 1975, S.186f und S.511) Zum anderen konstatiert Marx durch die  „…Kontinuität gleichförmiger Arbeit…“ (Marx, 1975, S.361) eine Zerstörung der „…Spann- und Schwungkraft der Lebensgeister, die im Wechsel der Tätigkeit selbst ihre Erholung und ihren Reiz finden“ (ebd.). Die Nachteile auf Seiten des Arbeiters sind daher nicht rein ökonomischer Natur und werden auch nicht (rein) einseitig beschrieben, sondern Marx führt vereinzelt auch andere (in diesem Fall psychologische) Kategorien ein um die gesellschaftliche Lage des Arbeiters zu beschreiben. Der spezifisch kapitalistische Charakter tritt jedoch bei beiden, der kapitalistischen und der manufakturmäßigen Produktionsweise, dadurch hervor, dass Arbeiter unter der Autorität eines Kapitalisten angestellt sind. Gemeinsam ist, dass „…der Teilarbeiter keine Ware produziert. Erst das gemeinsame Produkt der Teilarbeiter verwandelt sich in Ware“ (Marx, 1975, S.376). Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit jedoch, ist die „…Zersplitterung der Produktionsmittel unter viele voneinander unabhängige Warenproduzenten“ (ebd.).

Die Produktion des Mehrwerts ist spezifisch für die kapitalistische Produktionsweise. Nicht, dass es im Feudalismus oder der Sklavenhaltergesellschaft keine Aneignung fremder, unbezahlter Arbeit gab; jedoch entwickelte sich die die Produktion von Mehrwert als Aneignung fremder unbezahlter Arbeit im Austausch von Waren zwischen freien Personen erst im Übergang in die kapitalistische Produktionsweise. Die Konkurrenz ist jedoch, wie sich im nächsten Kapitel noch zeigen wird, nicht nur zwischen den Arbeitern (sowie der Arbeiter mit den gesellschaftlichen Bedingungen) ein sich ständig reproduzierender Prozess, er macht auch vor dem Tore des Kapitalisten nicht halt. Es herrscht auch Konkurrenz zwischen den verschiedenen Kapitalen. Sie sind daher einem Akkumulationsprozess unterworfen, dessen Erfolg auch das Überleben des Kapitals sichert.

 

2. 6. Die Akkumulation von Kapital

 

In den vorangegangenen Kapiteln habe ich erklärt, wie der Warentausch vor sich geht, wie sich die verschiedenen Beteiligten im gesellschaftlichen Prozess gegenübertreten und wie die Produktion von Mehrwert funktioniert und auf die Zirkulation des Kapitals Einfluss nimmt. Denn wie in Kapitel 2. 4. expliziert ist es nicht mehr der einfache Warentausch den das Kapital vollzieht; seinen Inhalt schuldet es dem Profit durch die Produktion des Mehrwerts und seine Form dem Austausch G - G', wobei G' mehr oder weniger vollständig in die Zirkulation des Kapitals[15] zurückgeworfen wird und damit das Geld rückverwandelt wurde in Kapital.  

„Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals“ (Marx, 1975, S.605). Die Nutzbarmachung und erneute Verwertung von G' ist also Akkumulation des Kapitals, da sie in dieser Form sukzessiven Wachstum unterworfen ist, da der Mehrwert mehr oder weniger komplett in Kapital verwandelt wird[16]. Die Zirkulation des Kapitals wiederholt sich auf erweiterter Stufenleiter, es kann mehr Kapital in den Kreislauf eingezahlt werden, mehr Arbeiter gleichzeitig beschäftigt und damit mehr Mehrwert produziert werden. „Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren“ (Marx, 1975, S.609). Das Gesetz der Warenproduktion ist in seiner Erscheinungsform ein Tausch von Waren zwischen verschiedenen Besitzern von Waren. Der Tausch vollzieht sich zwischen freien Personen und regelt sich nach den Gesetzen des Warentauschs, die im Kapitel 2. 2. dargelegt worden sind. Demnach ergibt sich ihr Wert der Waren aus der darin aufgewendeten Arbeitszeit, welche sich in ihrem Preis aus der gesellschaftlichen Durchschnittsarbeit ergibt. Das Resultat ist jedoch ein anderes; auch wenn jede einzelne Transaktion, wie beispielsweise den Kauf und den Verkauf von Arbeitkraft, den Gesetzen des Warentauschs entspricht. Im Ergebnis nämlich reproduziert diese Art des Warentauschs nur das Verhältnis zwischen Kapitalisten- und Arbeiterklasse. Dieses gesellschaftliche Verhältnis begründet sich auf der Trennung von Eigentum und Arbeit. Und dennoch: „…schlägt offenbar das auf Warenproduktion und Warenzirkulation beruhende Gesetz der Aneignung oder Gesetz des Privateigentums durch seine eigne, innere, unvermeidliche Dialektik in sein direktes Gegenteil um“ (Marx, 1975, S. 609). Statt dem Arbeiter sein Recht an dem Produkt, was er hergestellt hat, zu sichern, dient es dem Kapitalisten sich fremde unbezahlte Arbeit in wachsenden Umfang anzueignen.  Die Akkumulation ist die Produktion von Mehrwert in wiederholter Folge. Denn der Teil des Mehrwerts, welcher als Kapital wieder verwendet wird und damit nicht der individuellen Konsumtion des Kapitalisten zum Opfer fällt, bildet gleichzeitig die Grundlage für die Steigerung der Produktion und damit die Steigerung des Mehrwerts. (Und dies ohne die Möglichkeit der Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit in Betracht zu ziehen.) „Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals“ (Marx, 1975, S.653). Zwei Punkte wären dabei wichtig, zum einen ist die Konzentration von Produktionsmitteln bei individuellen Kapitalisten beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zum anderen stehen sich die Kapitalisten der einzelnen Produktionssphären als direkte Konkurrenten gegenüber. (vgl. Marx, 1975, S.653f) Dies führt dazu, dass sich einerseits immer mehr Kapital in immer weniger Händen akkumuliert und andererseits die Konkurrenz zwischen den Kapitalen immer mehr zunimmt. Diese Tendenz sieht Marx als grundlegend an, auch wenn ihr beispielsweise durch die „…Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse usw.…“(Marx, 1975, S.641) entgegengewirkt werden kann.

Mit zunehmender Akkumulation von Kapital wird eine immer größere Arbeiterarmee[17] von einem individuellen Kapital kontrolliert. Gleichzeitig wird mit zunehmender Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit und insbesondere mit zunehmender Entwicklung der Industrie (und damit Zunahme des konstanten Kapitals gegenüber dem variablen Kapital)[18] eine gegenteilige Bewegung eingeleitet: es werden immer weniger Arbeiter benötigt. Um diese Bewegung auszugleichen wird eine industrielle Reservearmee[19] benötigt. Diese sorgt zum einen dafür, dass immer genügend verfügbare Arbeiter bereit stehen. Zum anderen verschärft sie die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Nicht allein, dass Arbeiter verarmen, diese dienen noch als Druckmittel zur Erpressung von Mehrarbeit. Dies dialektische Verhältnis wird besonders deutlich bei folgendem Zitat: „Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren »Freisetzung«, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht. Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals“ (Marx, 1975, S.669) Einerseits werden mehr Arbeiter benötigt, andererseits werden Arbeiter zu einem höheren Arbeitsquantum gezwungen, je größer die industrielle Reservearmee ist. Die Konkurrenz zwischen den Arbeitern begründet sich in der Existenz der industriellen Reservearmee (vgl. Marx, 1975, S.669). Daher lautet das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation: „Je größer endlich die Lazarusschichte[20] der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus“ (Marx, 1975, S.673f). Die Verarmung der arbeitenden Bevölkerung ist damit direkt gekoppelt mit dem Zuwachs des gesellschaftlichen Reichtums. Akkumulation von Kapital bedeutet also nicht nur die Vorantreibung und Manifestation der kapitalistischen Gesellschaft und des gesellschaftlichen Reichtums, sie trägt auch zur Verelendung der Arbeiter und damit großen Teilen der Bevölkerung bei.

Wie wir gesehen haben, ist die Akkumulation von Kapital die stetige Wiederholung der Produktion von Mehrwert. Jedoch ist eine Bedingung für die Produktion von Mehrwert noch nicht geklärt. Wie ist es möglich, dass Einzelne die Möglichkeit hatten, Produktionsmittel anzuschaffen und so mehrere Arbeiter gleichzeitig anzuwenden? Wo liegt die Geburtsstunde des Kapitals? Diese Fragen werden Kernpunkt des nächsten Kapitels sein.

 

2. 7. Die ursprüngliche Akkumulation des Kapitals

 

 

Während Karl Marx mit seinen bisherigen begrifflichen Bestimmungen sich eher damit auseinandergesetzt hat, wie die ökonomische Struktur der kapitalistischen Gesellschaft funktioniert, ist es beim Begriff der ursprünglichen Akkumulation vor allem die Entstehung der kapitalistischen Produktionsweise die interessiert. Wie wir in den vorangegangenen Kapiteln schon bemerkt haben, fehlt in der theoretischen Analyse bisher die Grundlage des kapitalistischen Warentauschs, das Kapital und freie Arbeiter. Der eigentümliche Warentausch von Kapitalist, der die Produktionsmittel besitzt und Arbeit benötigt, und dem Arbeiter, dem es zur Realisierung seiner Arbeitskraft an Produktionsmitteln fehlt.

Der freie Arbeiter wird benötigt, damit er als freie Person seine Ware Arbeitskraft auf dem Markt veräußern kann. „Freie Arbeiter in dem Doppelsinn, daß weder sie selbst unmittelbar zu den Produktionsmitteln gehören, wie Sklaven, Leibeigne usw., noch auch die Produktionsmittel ihnen gehören, wie beim selbstwirtschaftenden Bauer usw., sie davon vielmehr frei, los und ledig sind“ (Marx, 1975, S.742). Die Scheidung des Kapitalverhältnisses selbst, zwischen Eigentum an den Produktionsmitteln und freien Arbeitern, reproduziert sich stetig selbst durch die eigentümliche Bewegung des kapitalistischen Warentauschs. Dieser Konflikt kulminiert, wie in Kapitel 2. 5. dargestellt, in dem Punkt, wo die Festlegung der Länge des Arbeitstags zum Streit des Rechts über Kauf und Eigentum der Ware Arbeitskraft entbrennt, die in diesem Fall die Gewalt entscheidet. „Der Prozeß, der das Kapitalverhältnis schafft, kann also nichts andres sein als der Scheidungsprozeß des Arbeiters vom Eigentum an seinen Arbeitsbedingungen, ein Prozeß, der einerseits die gesellschaftlichen Lebens- und Produktionsmittel in Kapital verwandelt, andrerseits die unmittelbaren Produzenten in Lohnarbeiter“ (ebd.). Die Befreiung vom Eigentum der Arbeit hin zu einer gesellschaftlichen Ordnung in der die Arbeit Eigentum von freien Personen[21] ist war also notwendig für eine Entwicklung der kapitalistischen Warenproduktion. Dazu mussten die bis dahin Leibeigenen und freien Bauern von ihren Existenzgrundlagen (wie Eigentum an Land) und den Produktionsmitteln befreit werden. Sie mussten also der Garantien der feudalistischen Herrschaft, ihrer Subsistenzmittel enteignet werden (vgl. Marx, 1975, S.743). „Und die Geschichte dieser ihrer Expropriation ist in die Annalen der Menschheit eingeschrieben mit Zügen von Blut und Feuer“ (ebd.).

Die Abschaffung der Leibeigenschaft wurde von der herrschenden Klasse der feudalen Gesellschaft mit Gewalt vollzogen. Dabei waren verschiedene Prozesse wichtig, wie Marx eindrucksvoll an der englischen Gesellschaft beschreibt:

-          Zum einen lösten die Königtümer ihre Gefolgschaften auf

- Weiterhin geschah dies durch die Verjagung der Bauernschaft von ihrem Grund und Boden und der Usurpation des Gemeindelandes durch die Feudalherrn

- Es wurden riesige Schafweiden an die Stelle von Ackerland gesetzt

- Auch Kircheneigentum, die Kirche war während der Feudalzeit eine große Eigentümerin von Land, wurde enteignet und die Einwohner verjagt

- Gleichzeitig wurden ein Reihe von gesetzten zur Bestrafung von Landstreichern, Vagabunden und Bettlern[22] erlassen

- Mit der Einführung des Privateigentums an Stelle der feudalen Rechtstitel wurde die Expropriation besiegelt

(vgl. Marx, 1975, S.744ff und S.761ff)

Die so freigesetzten Proletarier konnten den entstandenen Industrien zugeführt werden. Hierbei bestätigt sich auch das Allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation, dass der offizielle Pauperismus um so größer, je größer die industrielle Reservearmee ist (siehe Kapitel 2.6.). Daher beginnt auch hier die Konkurrenz zwischen den Arbeitern, welche als vogelfreie Proletarier auf den Arbeitsmarkt geworfen wurden.

Wie sind nun aber die Kapitalisten entstanden? Denn die neuen Privateigentümer, besaßen jetzt zwar Land, aber noch kein Kapital.

Marx erklärt diese aus der Entstehung der kapitalistischen Pächter, deren anfängliche Funktion der eines Bauern glich, nur dass er Lohnarbeiter ausbeutete, statt Leibeigene. Jedoch mit der vermehrten Anwendung von Lohnarbeitern nahm auch die Konzentration des Kapitals in immer weniger Händen zu. Und erst die Entstehung der großen Industrie ließ die kapitalistischen Pächter schlussendlich komplett auf die profitliche Lohnarbeit in der Industrie umsteigen. (vgl. Marx, 1975, S. 770ff und S.773ff) Damit sind feudale Titelträger, Günstlinge von König und Adel, sowie z. T. Kaufleute zu Kapitalisten geworden, die mit dem erstohlenen und aneigneten Kapital in der Lage sind, sich mittels der Anwendung vieler Arbeitskräfte massenhaft unbezahlte Arbeit anzueignen. Die Herrschaft des Kapitals ist somit gegründet auf der gewalttätigen Enteignung der Knechte, Leibeigenen und Bauern und damit Expropriation der Produzenten.

Im weiteren werde ich mich daher dem Kapitalbegriff Bourdieus zuwenden um anhand einer vergleichenden Darstellung zu einem abschließenden Fazit zu kommen.

 

3. 1. Der Kapitalbegriff Bourdieus

 

Pierre Bourdieu könnte man als Theoretiker in der Kritischen Theorie verorten. Er selbst bezeichnet sich als Theoretiker des konstruktivistischen Strukturalismus und strukturalistischen Konstruktivismus (vgl. Bourdieu/ Wacquant, 1996, S.29). Seine großen Arbeiten sind hauptsächlich Studien in bestimmten Forschungsfeldern mit großen qualitativ - empirischen Anteil. Die Erklärungskraft seiner Theorien beläuft sich eher auf mittlerer Reichweite. Zu einer Theorie großer Reichweite und hoher Komplexität fügt sie sich erst in ihrer Gesamtheit. Die entscheidende theoretische Entwicklung Bourdieus, da ist sich die Arbeitsgruppe um Michael Vester, aber auch Martina Löw, einig, ist die erkenntnisleitende Perspektive des Relationalen (vgl. Vester/ Gardemin, 2001, S.219 und Löw, 2001, S.179). Dabei ist die Entwicklung einer Theorie des sozialen Raums als gesellschaftliches Kräftefeld von besonderer Bedeutung. Den Kapitalbegriff Bourdieus kann man daher als erklärendes Modell seiner Theorie sozialen Raums begreifen.

Vester und Gardemin beschreiben eine Synthese aus der Theorie des Gesamtfelds der sozialen Welt und deren einzelne Indikatoren, wie die Kapitalsorten. Diese Indikatoren können dann empirisch untersucht werden (vgl. Vester/ Gardemin, 2001, S.228f). Dadurch soll eine Verknüpfung von objektivistischen und subjektivistischen Sozialtheorien erfolgen. Auf der Seite der objektiven Strukturen der soziale Raum als Kräftefeld, auf der Seite der subjektiven Akteure das Konzept des Habitus. Beide Seiten ergänzen sich einander in dialektischem Verhältnis. Während der Habitus sich aus den äußeren Bedingungen, den Strukturen des sozialen Raums, erklärt und zuordenbar wird, reproduziert sich die gesellschaftliche Struktur durch die verschiedenen Habitustypen.

Ein Grund für Bourdieu den Kapitalbegriff wieder einzuführen, sieht er in der Tendenz diverser Sozialtheorien die soziale Welt auf ahistorische Gleichgewichtszustände zu reduzieren (vgl. Bourdieu, 1997, S.49)

 Daher wenden wir uns nun den verschiedenen Kapitalsorten zu.

 

3. 2. Ökonomisches, kulturelles, und soziales Kapital

 

Bourdieu führt den Begriff des Kapitals „…und mit ihm das Konzept der Kapitalakkumulation mit allen seinen Implikationen“ (Bourdieu, 1997, S.49) als akkumulierte Arbeit ein. Er setzt ihn in direktem Bezug zu dem Konzept von Marx, erweitert ihn jedoch mit der Absicht, ihn zur Erklärung der sozialen Welt brauchbarer zu machen. Seine Kritik des Marxschen Kapitalbegriffs richtet sich vor allem gegen die mit ihm verbundene ökonomistische Weltsicht. Die soziale Welt wird durch die Reduktion der sozialen Austauschbeziehungen auf den Warentausch simplifiziert. Er unterstellt eine axiomatische Beschreibung der sozialen Welt als einer Gesellschaft in der jede soziale Beziehung objektiv und subjektiv auf die Profitmaximierung ausgerichtet ist. Jede Beziehung die uneigennützig ist, ist damit keine Beziehung – bzw. eine Beziehung voller Uneigennützigkeit. Er hingegen will einen Kapitalbegriff schaffen, der allen Facetten der gesellschaftlichen Welt gerecht wird. Er will Kapital und Profit in allen seinen Erscheinungsformen erfassen und somit jede Machtbeziehung (nicht nur ökonomische) einbeziehen. (vgl. Bourdieu, 1997, S.50ff)

Das Kapital spaltet sich bei Bourdieu in ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital auf. Die verschiedenen Kapitalsorten können unter bestimmten Umständen transformiert werden. „Das ökonomische Kapital ist unmittelbar und direkt in Geld konvertierbar und eignet sich besonders zur Institutionalisierung in der Form des Eigentumsrechts; das kulturelle Kapital ist unter bestimmten Vorraussetzung in ökonomisches Kapital konvertierbar und eignet sich besonders zur Institutionalisierung in Form von schulischen Titeln; das soziale Kapital, das Kapital na sozialen Verpflichtungen oder »Beziehungen«, ist unter bestimmten Vorraussetzungen ebenfalls in ökonomische Kapital konvertierbar und eignet sich besonders zur Institutionalisierung von Adelstiteln“ (Bourdieu, 1997, S.52f).

Kulturelles Kapital kann dabei in verinnerlichtem, in objektiviertem und in institutionalisiertem Zustand vorkommen. Von verinnerlichtem Zustand kann man beim kulturellen Kapital sprechen, insofern der Akkumulation von Kultur ein Verinnerlichungsprozess vorangeht, der in jedem Fall Zeit kostet. Gemeint ist dabei vor allem die Verinnerlichung von Bildung, die zu einem festen Bestandteil der Person wird – zum Habitus wird – und demnach auch nicht durch Tausch oder Kauf kurzfristig weitergegeben werden kann. Da das verinnerlichte kulturelle Kapital Teil des Habitus geworden ist, vermittelt es sich auch über unbewusste Erziehungsmaßnahmen. Jedoch ist auch der ökonomische Faktor nicht zu unterschätzen. Die Zeit zur Akkumulation dieser Form von Kapital kann nur so lange ausgedehnt werden, solange eine „…von ökonomischen Zwängen befreite Zeit…“ (Bourdieu, 1997, S.59) garantiert werden kann.

Das objektivierte Kulturkapital (Schriften, Gemälde, Denkmäler, Instrumente) kann genauso wie ökonomisches Kapital direkt in Geld umwandeln. Kulturelle Güter können gekauft oder symbolisch angeeignet werden (vgl. Bourdieu, 1997, S.59). Wobei die materielle Aneignung ökonomisches, die symbolische verinnerlichtes Kapital benötigt.

Institutionalisiertes Kulturkapital (Titel) ist nicht direkt übertragbar und hat den Vorteil rechtlich garantiert und formell gültig zu sein. Damit ist ihr Wert objektiv garantiert, auch wenn z. T. nur minimale Leistungsunterschiede zu dauerhaften sozialen Diskontinuitäten bezüglich der Partizipation an institutionalisierten Kulturkapital führen kann.

Das soziale Kapital in Form von persönlichen Beziehungen verleiht vor allem Kreditwürdigkeit. Diese ist jedoch nicht in objektiviertem Austausch zu übertragen. Nur bei intakten Beziehungen ist eine Konvertibilität überhaupt zu erwarten. Des Weiteren ist es ein Unterschied, welche Art von sozialen Beziehungen gepflegt werden, wie hoch das Sozialkapital der Personen ist, mit denen eine Verbindung eingegangen ist. (vgl. Bourdieu, 1997, S.63ff)

 

4. Fazit

 

Der Kapitalbegriff von Karl Marx ist eine sehr umfangreiche Analyse der ökonomischen Ungleichheit, die nicht zuletzt dem Mangel der damals gängigen Theorien der Politischen Ökonomie geschuldet ist. Die grundlegende Idee dafür stammt aus der materialistischen Überzeugung heraus, in den objektiven Bedingungen der ökonomischen Basis den für die gesellschaftliche Entwicklung grundlegenden Widerspruch zu erkennen. Der politische und juristische Überbau ist einzig strukturiert durch die ökonomische Basis und daher liegt die deterministische oder ordnende Kraft auch in der Ökonomie. Einseitige Interpretationen dieser materialistischen Vorgehensweise halte ich dennoch für nicht angebracht. Denn die Erscheinungen der Dinge entlarven sich erst in ihrer Dialektik. Der grundlegende Widerspruch, der meiner Ansicht nach im ersten Band des Kapitals dargestellt ist, ergibt sich aus dem Widerspruch zwischen den Produktionsverhältnissen und den am Produktionsprozess beteiligten Menschen. Deswegen beschreibt Marx die geschichtliche Tendenz der kapitalistischen Akkumulation in dieser Dialektik: „Die aus der kapitalistischen Produktionsweise hervorgehende kapitalistische Aneignungsweise, daher das kapitalistische Privateigentum, ist die erste Negation des individuellen, auf eigne Arbeit gegründeten Privateigentums. Aber die kapitalistische Produktion erzeugt mit der Notwendigkeit eines Naturprozesses ihre eigne Negation. Es ist Negation der Negation. Diese stellt nicht das Privateigentum wieder her, wohl aber das individuelle Eigentum auf Grundlage der Errungenschaft der kapitalistischen Ära: der Kooperation und des Gemeinbesitzes der Erde und der durch die Arbeit selbst produzierten Produktionsmittel.“ (Marx, 1975, S.791) Die erste Negation ist also die Revidierung der auf selbstwirtschaftenden Menschen begründeten Gesellschaft in ihrem Widerspruch der Entwicklung der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse. Dies führt zur Entwicklung des Privateigentums und der damit verbundenen kapitalistischen Gesellschaft. Die Negation der Negation vollzieht sich in der Vorstellung von Karl Marx in genau umgekehrter Richtung. Die Expropriation der Usurpatoren führt zur Auflösung dieses Widerspruchs und ist damit das Ende jeglicher Dialektik. In jedem Fall spielt das emanzipative Potential der Menschen eine entscheidende Rolle zur Auflösung des Widerspruchs zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen und widerspricht damit jeglicher materialistischen Grundannahme.

Die Menschen, welche sich als Warenbesitzer gegenübertreten, treten sich nur, wie in Kapitel 2. 2. beschrieben, in ihren ökonomischen Charaktermasken gegenüber. Damit sind auch die Menschen bestimmt durch die ökonomischen Verhältnisse, deren Träger sie sind (vgl. Kapitel 2. 2. dieser Arbeit). Auch bei Pierre Bourdieu ist der Habitus der Personen ein Ausdruck der Trägheit der gesellschaftlichen Verhältnisse. Pierre Bourdieus Auffassung nach strukturiert der soziale Raum die Akteure, ebenso wie die Akteure den gesellschaftlichen Raum gestalten. Den Kapitalbegriff Bourdieus, welcher die vertikale Differenzierungslinie des sozialen Raums beschreibt – die Achse der Herrschaft (vgl. Vester/ Gardemin, 2001, S.230), ist grundsätzlich der nicht- ökonomischen Austauschbeziehungen ergänzt. Nicht dass Marx nicht- ökonomischen Beziehungen keine Beachtung schenken würde. Wir haben das gesehen bei der Beschreibung der Charaktermasken in Kapitel 2. 2., aber auch bei der Beschreibung des Kapitalisten in Kapitel 2. 4. Der Kapitalist wird hier beschrieben, als Gefangener seiner Funktion in der kapitalistischen Gesellschaft. Ebenso der Arbeiter in Kapitel 2. 5. dessen Minderung der „Spann- und Schwungkraft der Lebensgeister“ auf die monotone Ausführung repetitiver Teilarbeit zurückzuführen ist, was meiner Meinung nach eine eindeutig psychologische Kategorie ist, die er hier einführt. Wenn auch beim Ausdruck der „Spann- und Schwungkraft“ eindeutig seine Anlehnung an die Naturwissenschaften und sein materialistisches Weltbild deutlich wird. Auch Erziehung bzw. Bildung hat Marx im ersten Band des Kapitals einmalig erwähnt (ebenfalls in Kapitel 2. 5.), wobei in diesem Fall die Bildung auf ihre, wie auch die Kritik Bourdieus nahe legt, auf ihre rein ökonomische Dimension beschränkt bleibt.

Die Teilung der Arbeit, entspricht bei Bourdieus Konzept des sozialen Raums der horizontalen Achse (vgl. Vester/ Gardemin, 2001, S.229). Diese Achse scheidet sich inhaltlich nur unwesentlich vom Konzept Karl Marx`. Durch die zunehmende Spezialisierung (Differenzierung) der Arbeitskräfte entsteht eine Abhängigkeitssituation der einzelnen Teilarbeiter voneinander[23] und gleichzeitig eine Konkurrenzsituation zwischen ihnen in Kraft, die die Despotie des Kapitals und damit die Lage der Arbeiter verschärft (vgl. Kapitel 2.5. und 2.6.). Teilung der Arbeit kann aber gleichzeitig auch innerhalb der Fabrik oder des Betriebs herrschen, das Verhältnis von Kapitalist und Arbeiter auf der Ebene der gesellschaftlichen Produktion entspricht im kleinsten dem Verhältnis von Aufseher und Teilarbeiter.

Der Kapitalbegriff von Marx ist in jedem Fall ein theoretisches Konzept dessen Überprüfung nicht allein wegen des Umfangs, sondern vor allem wegen ihrer hohen Komplexität, schwer fallen wird. Meiner Ansicht nach sind viele Darstellungen der Marxschen Kapitaltheorie stark vereinfacht[24] Und dennoch, die Ökonomie als Basis der Gesellschaft kann auch Bourdieu mit seinem begrifflichen Instrumentarium nicht widerlegen. Er hat mit der Erweiterung des Kapitalbegriffs sicher einen Schritt in Richtung einer Theorie zum erklären einer Gesellschaft in ihrer Gesamtheit getan, jedoch ist es auch in seinem Konzept die Basis der Ökonomie, welche Entscheidungen über Menschen trifft, ohne dass sie Einfluss darauf gehabt hätten.

 

5. Literatur

 

- P. Bourdieu, „Ökonomisches Kapital – Kulturelles Kapital – Soziales Kapital“ in: ders.: „Die verborgenen Mechanismen der Macht“, Hamburg, 1997

- V. M. Bader u.a., „Einführung in die Gesellschaftstheorie“, Frankfurt/Main 1976

- G. Lenhardt, „Schule und bürokratische Rationalität“, Frankfurt/M. 1984

- K. Marx, „Das Kapital. Erster Band“, Berlin (Ost) 1975

- M. Vester u. a., „Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel“, Frankfurt/Main 2001

- M. Vester/ D. Gardemin, „Milieu und Klassenstruktur“ in: C. Rademacher/ P. Wiechens (Hrsg.), „Geschlecht Ethnizität Klasse“, Opladen 2001

- P. Bourdieu/ L. D. J. Wacquant, „Reflexive Anthropologie“, Frankfurt/Main 1996




[1] „Das Kapital“ wird hier als Fortsetzung der Schrift „Zur Kritik der Politischen Ökonomie“ angekündigt. (vgl. Marx,  1975, S.11)

[2] als Tauschwert, Anm. d. A.

[3] „Die Fronarbeit ist ebensogut durch die Zeit gemessen wie die Warenproduzierende Arbeit, aber jeder Leibeigene weiß, daß es ein bestimmtes Quantum seiner persönlichen Arbeitskraft ist, die er im Dienst seines Herrn verausgabt“ (Marx, 1975, S.91).

[4] Siehe 2.2. dieser Arbeit

[5] Der Arbeiter wird hier beschrieben als: „formell freie Person“ (Siehe Marx, 1975,  S.418)

[6] Siehe 2. 4. dieser Arbeit

[7] Im folgenden wird mit W die Ware und mit G das Geld bezeichnet

[8]Im folgenden: 2 Pfund Sterling

[9] vorerst bezeichnet Marx die individuelle Konsumtion einfach als Konsumtion, da es bei dem jetzigen Erkenntnisstand noch keine analytische Trennung vorgenommen wurde, später jedoch wird der Konsumtionsprozess zweiseitig beschrieben: „Die Arbeit verbraucht ihre stofflichen Elemente, ihren Gegenstand und ihr Mittel, verspeist dieselben und ist also Konsumtionsprozeß. Diese produktive Konsumtion unterscheidet sich dadurch von der individuellen Konsumtion, daß letztere die Produkte als Lebensmittel des lebendigen Individuums, erstere sie als Lebensmittel der Arbeit, seiner sich betätigenden Arbeitskraft, verzehrt.“ (Marx, 1975, S.198)

[10] Marx, 1975, S.133

 

[11] „Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld.“ (Marx, 1975, S.143)

[12] „Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt - relativen Mehrwert.“ (Marx, 1975, S.334)

[13] „Um die allgemein menschliche Natur so zu modifizieren, daß sie Geschick und Fertigkeit in einem bestimmten Arbeitszweig erlangt, entwickelte und spezifische Arbeitskraft wird, bedarf es einer bestimmten Bildung oder Erziehung, welche ihrerseits eine größere oder geringere Summe von Warenäquivalenten kostet. Je nach dem mehr oder minder vermittelten Charakter der Arbeitskraft sind ihre Bildungskosten verschieden. Diese Erlernungskosten, verschwindend klein für die gewöhnliche Arbeitskraft, gehn also ein in den Umkreis der zu ihrer Produktion verausgabten Werte.“ (Marx, 1975, S.186)

[14] Marx, 1975, S.359

[15] „Dieser immer dieselben sukzessiven Phasen durchmachende Kreislauf bildet die Zirkulation des Kapitals.“

(Marx, 1975, S.589)

[16] „Welches immer die gesellschaftliche Form des Produktionsprozesses, er muß kontinuierlich sein oder periodisch stets von neuem dieselben Stadien durchlaufen. So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.“ (Marx, 1975, S.591)

[17] „Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee.“ (Marx, 1975, S.653)

[18] vgl. Marx, 1975, S.650 ff

[19] zum Begriff der „Reservearmee“ vgl. Marx, 1975, S.502

[20] mit dem Begriff Lazarusschichte sind hier die beschäftigten Arbeiter gemeint, Anm. d. A.

[21] „Es kostet Jahrhunderte, bis der »freie« Arbeiter infolge entwickelter kapitalistischer Produktionsweise sich freiwillig dazu versteht, d.h. gesellschaftlich gezwungen ist, für den Preis seiner gewohnheitsmäßigen Lebensmittel seine ganze aktive Lebenszeit, ja seine Arbeitsfähigkeit selbst, seine Erstgeburt für ein Gericht Linsen zu verkaufen.“ (Marx, 1975, S.287)

[22] „Heinrich VIII., 1530: Alte und arbeitsunfähige Bettler erhalten eine Bettellizenz. Dagegen Auspeitschung und Einsperrung für handfeste Vagabunden. Sie sollen an einen Karren hinten angebunden und gegeißelt werden, bis das Blut von ihrem Körper strömt, dann einen Eid schwören, zu ihrem Geburtsplatz oder dorthin, wo sie die letzten drei Jahre gewohnt, zurückzukehren und »sich an die Arbeit zu setzen« (to put himself to labour). Welche grausame Ironie!“ (Marx 1975, S.762)

[23] Durch die Trennung der Arbeitsbereiche ist die Herstellung eines Produkts von der Tätigkeit des Gesamtarbeiters abhängig.

[24] Beispielsweise die Einschätzungen zum Kapitalbegriff der Arbeitsgruppe um Bader, das Vorgehen von Marx wäre grob materialistisch, weil es keine Ware Arbeitskraft gibt, ist mehr als fragwürdig. (Vgl. Bader u.a., 1975, S. 125)



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